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Edle Raritäten zum Zwitschern

Stubenberg. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, und doch liegt das Ziel eigentlich auf der Hand: In Bayern soll in Zusammenarbeit mit der LWG, der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, als regional-typische Spezialität qualitativ hochwertiger Edelbrand aus seltenen Streuobstsorten hergestellt und vermarktet werden.

 

Die am Projekt beteiligten Brenner können sich so aus der breiten Masse der Obstbrand-Produzenten herausheben, ein Vorbild für andere Brenner sein und sich neue Marktchancen erarbeiten.

 

Und was vielleicht noch wichtiger ist: Streuobstwiesen mit ihren alten, regional-typischen Sorten bekommen so wieder einen Wert. Eventuell verloren geglaubte Sorten sollen neu entdeckt, die alten Bäume gepflegt und es soll auch wieder nachgepflanzt werden.

 

Wie dieses Projekt ganz hervorragend umgesetzt werden kann, das zeigte eine Veranstaltung zum Start des Projekts auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Wieland in Stubenberg. Übrigens laut Broschüre der einzige Vertreter Niederbayerns bei der "Prämiumstrategie Bayern".

Seit 75 Jahren gibt es die Hofbrennerei Wieland

Das Event im Rahmen der "Rottaler Mostwochen" hatte sich die Familie Wieland gewissermaßen selbst zum Geburtstag geschenkt: 75 Jahre alt wird die Hofbrennerei in diesem Jahr, als Gratulanten waren Vertreter der Politik ebenso gekommen wie des bayerischen Brennerwesens, unter ihnen auch renommierte Brennerkollegen von Fritz Wieland und nicht zuletzt gleich zwei Majestäten. Mostkönigin Carolin Lehner aus Bad Birnbach und Donaukönigin Kristina List aus Deggendorf sorgten für royalen Glanz auf dem Wieland-Hof.

 

Die Hofbrennerei Wieland ist ein landwirtschaftliches Unternehmen mit hauseigener, angeschlossener Destillerie. Diese wird bereits in der dritten Generation geführt und verbindet Rezepte, die schon viele Jahrzehnte alt sind, und Obstsorten alter Baumbestände mit moderner Technik und jeder Menge Leidenschaft für die Herstellung heimischer Produkte.

 

Dabei hat sich Familie Wieland auf die hochwertige Produktion von naturreinen Obstbränden, Spirituosen und Likören spezialisiert, deren Destillate sogar mit der "Bayernbrand Gold"-Prämierung ausgezeichnet wurden.

Und selbstverständlich sind Fritz Wieland und seine Familie auch bei dem Projekt der LWG mit dabei, denn alte Streuobstbestände sind gewissermaßen so etwas wie ihr "Spezialgebiet".

 

Nicht zuletzt ist Wieland mit Bürgermeister Willi Galleitner maßgeblich daran beteiligt, dass Stubenberg sich offiziell als "Genussort" bezeichnen kann. Die Streuobstwiesen waren ein Faktor, der diese Ernennung durch Ministerin Michaela Kaniber auf den Weg brachte. Nach der herzlichen Begrüßung durch Fritz Wieland lobte Bürgermeister Galleitner die Initiativen der Familie, die sich schon lange für den Erhalt von Regionalität und Tradition einsetzt. Sein Lob galt auch den Bauern für Pflege und Schutz von Natur und Umwelt und auch dem Landratsamt, wo man im Fachbereich Kreisentwicklung mit der Idee der "Mostwochen" einen neuen Aspekt der Verwertung heimischer Produkte geschaffen habe.

 

Landrat Michael Fahmüller unterstrich, dass es keinen Sinn machen würde, ein "Museum für alte Obstbäume" zu errichten: "Was wir wollen, ist nichts anderes, als dass die alten Sorten erhalten werden, dass sie genossen werden können, vielleicht auch in flüssiger Form und edel gebrannt", merkte Michael Fahmüller an. Streuobstwiesen seien ein sehenswertes Landschaftselement, aber auch wichtig für Wildbienen und andere Insekten: "Sie sind der ideale Naturschutz", betonte Fahmüller. Der Landkreis und der Landschaftspflegeverband würden sich deshalb auch weiterhin für den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen einsetzen.

 

Der Schirmherr der Veranstaltung und Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, Wolfram Vaitl, erinnerte in seinem Festvortrag an eine Zeit, die noch gar nicht so lange zurückliege: In den 60er und 70er Jahren seien Streuobstwiesen sogar großflächig gerodet worden, dies sogar als Teil der Flurbereinigung.

Bald gibt es einen Streuobstpakt Bayern

Jetzt sei das Streuobst wieder gefragt: "Am 22. September ist vorgesehen, dass in der Staatskanzlei ein Streuobstpakt unterzeichnet wird, in dem neben der Staatsregierung der Bauernverband, die Baumschulen, die Fruchtsaftindustrie, die Landschaftspflegeverbände und der Gartenbauverband vertreten sind. Inhalt wird sein, dass der derzeitige Streuobstbestand erhalten, sowie zusätzlich zehn Mio. Streuobstbäume neu gepflanzt werden", berichtete Wolfram Vaitl.

 

Prof. Dr. Richard Balling, im Landwirtschaftsministerium zuständig für das Projekt "Edelbrände aus alten Streuobstsorten", sieht in der Initiative einen wichtigen Teil der Premiumstrategie für Lebensmittel aus Bayern. "Ein wachsender Verbrauchertrend geht in Richtung gute, besondere Produkte", stellte er fest. Und gerade in Bayern gäbe es diese teils ein bisschen in Vergessenheit geratene Schätze.

 

Mit der "Premiumstrategie für Lebensmittel aus Bayern" wolle man diesen besonderen Produkten mehr Aufmerksamkeit geben.

Bevor es dann an die Verkostung der edlen Brände ging und später noch an ein zünftiges Mostbratl-Essen, wurde noch ein Birnbaum gepflanzt auf dem Wieland-Hof, "mal sehen, wie er in 75 Jahren dasteht", schmunzelte Fritz Wieland.

 

Quelle: PNP

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Veröffentlichung

Di, 14. September 2021

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