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"Meine Stimme - Meine Gemeinde": Mit Karin Wieser / Kindergarten Stubenberg

Karin Wieser, Leiterin des Stubenberger Kindergartens, spricht über das neue Kindergartenjahr, die Veränderungen des Berufs auf die Erzieherinnen und den Einfluss der Digitalisierung.

Meine Stimme – meine Gemeine

Karin Wieser vom Kindergarten Stubenberg

Gemeinde Stubenberg: Frau Wieser, Sie sind seit 2009 in der Leitung des Stubenberger Kindergartens. Wie hat sich der Alltag seit damals verändert?

Karin Wieser: Viele Eltern kehren früher ins Berufsleben zurück. Eine Folge daraus ist, dass die Kinder, die den Kindergarten besuchen, immer jünger werden. Somit ist die Altersspanne größer und unsere pädagogische Arbeit hat sich dadurch natürlich verändert. Dieser Schritt ist für manche Familien nicht einfach. Es ist eine gesellschaftliche Veränderung, die ich nicht unbedingt befürworte.

Gemeinde: Wie viele Kinder sind den aktuell im Kindergarten?

Wieser: Unser Kindergarten ist momentan mit 35 Kindergartenplätzen voll belegt.

Gemeinde: Was ist für 2020 geplant? Die aktuellen Geburtenraten sind ja relativ hoch.

Wieser: Es sind räumliche Veränderungen geplant. Ziel ist es, künftig mehr Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig den Bedürfnissen aller Kinder noch besser gerecht werden zu können.

Gemeinde: Was sind aus Ihrer Sicht die Unterschiede des Stubenberger Kindergartens, zu anderen Kindergärten?

Wieser: Wir sind ein kleiner Kindergarten mit nur einer Gruppe. Die Kinder dürfen alle Räume des Hauses nutzen. Somit haben sie die Möglichkeit in den einzelnen Bereichen zu kleinen Spielgruppen zusammen zu finden. Außerdem haben wir einen großen Garten, der durch seine Vielfalt die Kinder zum Spielen und Bewegen einlädt.

Gemeinde: Digitale Medien finden auch in Kindergärten immer mehr Einsatz. Wie wird dies in Stubenberg gehandhabt?

Wieser: Auch unsere Kinder hatten die Möglichkeit einen Laptop zu nutzen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Gehirnforschung zeigen, dass der frühe Gebrauch digitaler Medien die Entwicklung des Gehirns mehr verzögert als fördert. Somit verzichten wir in der Arbeit mit Kindern bewusst auf den regelmäßigen Gebrauch digitaler Medien, nutzen diese aber sehr wohl bei Bedarf, wie z. B. Wissen aus dem Internet.

Gemeinde: Wie hat sich der Beruf der Erzieherin in den vergangenen Jahren entwickelt?

Wieser: In meinen ersten Berufsjahren nannte man uns „Kindergärtnerinnen“: Die Kinder waren die Pflänzchen, die mit Wasser und Zuwendung von alleine gedeihen. Inzwischen gibt es eine Vielfalt von Erwartungen und Ansprüchen, die erfüllt werden sollen. Bildungspläne sollen umgesetzt, die Qualität der pädagogischen Arbeit verbessert und der gewachsene Verwaltungsaufwand bewältigt werden.

Gemeinde: In Schulen gibt es immer wieder das Problem von sogenannten „Helikopter-Eltern“, die sich zu sehr in die Belange der Lehrer einmischen. Wie ist dies im Kindergarten?

Wieser: Natürlich gibt es das vereinzelt auch bei uns, aber nicht im erheblichen Maß. Manchmal wird schon versucht, auf unsere pädagogische Arbeit Einfluss zu nehmen. Da wir die Eltern als unsere Partner in der Erziehung wertschätzen, wird im Gespräch versucht, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Gemeinde: Welche Ausflüge werden mit den Kindern unternommen?

Wieser: Wenn es vom aktuellen Thema passt und sich die Möglichkeit zu einem Ausflug bietet, greifen wir dies gerne auf (z. B. Besuch eines Bauernhofes in der Region). Außerdem machen wir regelmäßig Ausflüge in den nahe gelegenen Wald, der den Kindern viele Möglichkeiten bietet, ihre Erfahrungen zu machen und die Natur wahrzunehmen.

Gemeinde: Früher wurde der Kindergarten auch durch die „Zivis“ unterstützt. Stubenberg hatte diese Stelle extra geschaffen. Macht sich dieses fehlen bemerkbar?

Wieser: Jedes Fehlen einer Betreuungskraft macht sich bemerkbar. Dadurch, dass es wenige männliche Erzieher gibt, waren diese im vorwiegend weiblich orientierten Umfeld in Kindergärten sehr willkommen.

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