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Meine Stimme - Meine Gemeinde August

Florian Wiszkocsill führt mit seiner Frau Ulrike die Firma OTWIS in Prienbach. Er erzählt über die Geschichte des Unternehmens, die Herausforderungen im E-Commerce und seine Ziele für die Zukunft.


Gemeinde Stubenberg:Herr Wiszkocsill, erzählen Sie uns, wie es zur Idee der Firmengründung in Sachen Einkaufschips und Werbemittel kam?  

Florian Wiszkocsill: Oh, das ist eine lange Geschichte (lacht). Mein Großvater kam kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nach Simbach am Inn. Dort betrieb er eine kleine Goldschmiedewerkstatt. Den Grundstein für die heutige Firmenform hat mein Vater gelegt, der ebenfalls als Goldschmiedemeister tätig war. Er erkannte die große Nachfrage an Festabzeichen für Feuerwehren, Trachtenvereine und Jubiläen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seiner Idee ist es zu verdanken, dass sich die Firma kurze Zeit später genau darauf spezialisierte. Zu Beginn hat mein Großvater die Anstecknadeln noch aus Metall in handgravierten Formen geprägt.

In den 60ern entdeckte mein Vater dann den Kunststoffspritzguss, um die Festabzeichen in größerer Stückzahl und zu günstigen Konditionen herzustellen. Das ist auch der Grund, warum ich von Beruf nicht Goldschmied, sondern Werkzeugmacher bzw. Feinwerkmechaniker geworden. Unser Sortiment wurde über die Jahre auf Kundenwunsch immer breiter: So kamen viele Artikel hinzu, die bei Veranstaltungen Sinn machen, wie Pfandmarken und Cocktailstirrer, aber auch Produkte aus ganz anderen Bereichen, wie Namensschilder oder Kunststoffsiegel. Inzwischen fertigen wir zu einem sehr großen Teil Einkaufswagenchips als Werbeartikel für viele kleine und sehr große Kunden her – natürlich zeitgemäß aus Bio- und Recyclingkunststoff.  

Gemeinde Stubenberg: Seit wie vielen Jahren sind Sie bereits am Standort Stubenberg und wie hat sich Ihr Unternehmen über die Jahre entwickelt?  
 
Wiszkocsill: Mit der Erschließung der Buchenstraße in Prienbach hat die Gemeinde Stubenberg, mit Herrn Hammelstein als damaligen Bürgermeister und Herrn Auer als Grundstückseigentümer, beste Voraussetzungen für unseren Familienbetrieb geschaffen: Das Firmengebäude und das Privathaus meiner Eltern konnten direkt nebeneinander gebaut werden: „Wohnen und arbeiten an einem Fleck“, das war meinem Vater sehr wichtig.

2001 sind wir dann von Simbach am Inn aus unserer 110 qm großen Werkstatt in die 500 qm große Halle nach Prienbach gezogen, die zum Großteil von Firmen aus Stubenberg gebaut wurde. Während zu Beginn noch einiges leer stand, wird inzwischen jeder Quadratzentimeter genutzt. Sogar ein Außenlager wurde hinzugemietet.

Da wir seit 2005 in die Automatisierung investieren, sind wir maschinell auf dem neuesten Stand. Unser Personalbedarf wurde über die Jahre nicht erheblich erhöht. Somit ist der Standort Deutschland auch bei unseren Centartikeln noch immer sehr attraktiv. Bei der Stromversorgung setzen wir auf die In(n) Energie GmbH als lokalem Versorger. So tragen wir dazu bei, möglichst viel Kaufkraft in der Region zu behalten.  
    
Gemeinde Stubenberg: Onlineshops haben die Coronakrise im Allgemeinen recht gut überstanden. Würden Sie das soweit bestätigen und glauben Sie, dass die Verschiebung von „stationär“ zu „online“ durch die Krise noch einmal einen Schub erhält?  

Wiszkocsill: Das Thema Onlineshops bleibt ein großes Thema. Dabei kommt es vor allem auf das Sortiment an und ob die Angebote auch während der Coronakrise gefragt sind. Wir stellen beispielsweise zahlreiche Artikel für die Veranstaltungsbranche her. Da die Events bekanntermaßen ausgefallen sind, haben wir auch trotz Onlineshop in dem Bereich nichts verkauft.

Generell ist eine Verschiebung klar erkennbar, weil es für den Händler ja auch viel einfacher ist: Der Schauraum besteht lediglich aus einer gut gemachten Internetseite mit ansprechenden Bildern. Im Gegensatz dazu muss ein stationärer Handel die Ware immer auf Lager haben und auch in „echt“ im Laden präsentieren. Generell glaube ich schon, dass es immer mehr von stationären Ladengeschäften zum Onlinehandel tendiert.

Es gibt aber auch gute Beispiele für stationäre Läden, wie beispielsweise den Laden Nr. 17 in Simbach oder die Firma Skapetze. Beide setzen wieder mehr auf den direkten Kundenkontakt. Unser Geschäft ist eine Nische, bei der keine stationäre Verkaufsfläche zwingend notwendig ist. Doch natürlich freuen wir uns, wenn uns Kunden auch „inhouse“ besuchen oder mal sehen möchten, wie ihre Einkaufchips entstehen. 
 
Gemeinde Stubenberg:
Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Gibt es Erneuerungen und Ziele, über die Sie berichten können?  

Wiszkocsill: Ja, ich habe immer Zukunftspläne. In diesem Jahr laufen einige Kooperationen mit Geschäftspartnern. Mit Bergmaxx haben Thomas Plank und ich eine neue Firma gegründet. Dabei werden wir ein neues Produkt namens „Ski-Wallet“ auf den Markt bringen. Die Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt ist bereits erfolgt. Auch im Bereich Werbeartikel wurden neue Partner gefunden, um die Kräfte zu bündeln. Unser oberstes Ziel ist es, unsere Kunden auch in Zukunft mit originellen, ökologischen und sehr, sehr guten Angeboten zu begeistern

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