BannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbild
Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Junger Meister an der Orgel

Dank einer erfolgreichen Prüfung ist Jonas Eder (18) seit letztem Jahr zertifizierter C-Kirchenmusiker. Der Heimatzeitung erzählte der Abiturient von seiner Liebe zur Musik und davon, was Tom und Jerry mit seiner Freude am Improvisieren zu tun haben.

Zielstrebig steigt Jonas die Treppen zum Gotteshaus St. Georg hinauf. In der Kirche seiner Heimatgemeinde angekommen, führen ihn 20 weitere Stufen auf die Empore. Seitlich zur Brüstung nimmt er am Orgeltisch Platz. Sogleich beginnt der junge Organist mit dem aufeinander abgestimmten Spiel von Register, Pedal und Manual, wie die Klaviatur genannt wird. Schon immer mochte Jonas das Orgelspiel unterm Gewölbe. Ihn fasziniert, „dass man als Einzelner einen orchestralen Klang erzeugen kann“.
 

In der Tat gehört Musik zu seinem Leben. „Sie hebt die Stimmung und verbindet Menschen“, findet Jonas. Vor bald 13 Jahren fing alles am Klavier an. Stück für Stück kam die Orgel dazu. Seinen ersten öffentlichen Auftritt als Organist meisterte er vor bald sieben Jahren am ersten Sterbetag seines Opas in Stubenberg. Jonas: „Da hat meine Familie eine Messe aufschreiben lassen.“


Nicht zuletzt Dank seiner Stunden bei Orgellehrer Stephan Thinnes absolvierte Jonas vor bald drei Jahren erfolgreich die umfangreiche praktische wie theoretische Prüfung zum D-Kirchenmusiker. Im Anschluss an eine Reihe praktischer Vertiefungstage folgte letztes Jahr in der Universitätskirche St. Nikola in Passau im Beisein von drei Prüfern der Aufstieg zum C-Kirchenmusiker. Dabei bewies Jonas eindrucksvoll, dass er an der Orgel einen Gottesdienst einwandfrei begleiten und einen Chor leiten kann.

Aktuell vergeht kein Tag, an dem er nicht in die Tasten greift. Bei Messen dient der junge Organist als Springer. Außer in seiner Heimatgemeinde wirkt er seit drei Jahren vor allem in der Pfarrkirche in Simbach. Oder kürzlich begleitete er in der Innstadt beim Weihnachtskonzert seines Tassilo-Gymnasiums den Unterstufenchor auf dem Klavier.


Als Organist kommt Jonas viel rum. Im Landkreis schätzt er die Klais-Orgel in St. Nikolaus in Eggenfelden. „Sie hat einen kathedralartigen Klang“, findet der junge Kirchenmusiker. Darüber hinaus singt der Abiturient im dortigen Visino-Chor. Am liebsten spielt er an der Orgel mit drei Manualen und 3473 Pfeifen in der Stiftskirche in Altötting. „Sie klingt voll, festlich und gar nicht breiig“, erklärt Jonas.

Was Kompositionen anbelangt, würdigt er die große Bandbreite von Johann Sebastian Bach über Wolfgang Amadeus Mozart bis zu Elvis Presley. „Wichtig ist mir, dass die Musikalität stimmt“, erklärt Jonas. Weniger anfangen kann er „mit den verschrobenen Rhythmen mancher moderner Stücke“.


Sitzt Jonas an der Orgel, improvisiert er lieber, als dass er nur streng nach Noten spielt. Beim Auftakt zu einem Kirchenlied baut er schon einmal die Melodie von „Vielen Dank für die Blumen ein“. Dieses Stück von Udo Jürgens kennen viele als Titellied der deutschen Version der Zeichentrickserie „Tom und Jerry“. Was gekonnte Improvisationen betrifft, imponiert ihm der Würzburger Domorganist Stefan Schmidt. „Er rockt die Orgel“, findet der junge Kirchenmusiker. Und: „Ich mag es, wenn man beim Anhören merkt, dass der Organist keinen Heiligenschein hat.“

Auch in Zukunft möchte der Gymnasiast der Musik treu bleiben. B- oder A-Kirchenmusiker werden, also das Fach studieren, schwebt ihm jedoch nicht vor. Jonas: „Ich mag geistliche Musik, will mich beruflich aber nicht komplett im kirchlichen Kontext bewegen.“ Vielmehr spielt Jonas mit dem Gedanken, nach dem anstehenden Abitur Musik fürs Lehramt zu studieren. Als Studienort kann er sich München gut vorstellen. „Mir gefällt das Großstadtflair“, so der junge Mann. Nur zu gerne erinnert er sich an seinen Besuch in der bayerischen Landeshauptstadt im Deutschen Theater beim Musical „Tanz der Vampire“. Jonas: „Die Musiker und die Beleuchter haben eine riesige, coole Show geboten.“ Da er sich beim Lindenthaler-Trachtenverein um Ton und Technik kümmert, weiß er beides gut zu beurteilen.


Beim Musizieren liebt Jonas intensiv erlebte Momente. Einmal spielte er am Ende der Messe auf der Orgel weiter. Die meisten Leute blieben nach dem offiziellen Ausmarsch in der Kirche sitzen und hörten ihm bis ganz zum Schluss zu. Als sie ihm zu guter Letzt applaudierten, dachte Jonas: „Wenn meine Musik die Menschen berührt, erzeugt das ein sehr schönes Gefühl.“

 

Quelle: PNP

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Do, 05. Januar 2023

Weitere Meldungen

Biodiversität, Klimawandel, Waldumbau – was hat das Ganze mit der Jagd zu tun?
Frau von freilaufendem Hund gebissen
Von einem freilaufenden Hund ist eine 52 Jahre alte Frau aus Stubenberg gebissen worden. Wie die ...