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Dorfentwicklung mit Agenda 21 Maßstäben

Der Gemeinderat will jetzt mit der Dorfentwicklung ernst machen und dem Beschluss von 1997 Inhalt verleihen. Karl Kaiser, der Agenda-Beauftragte von Triftern, stand deshalb bei der letzten Sitzung Rede und Antwort zu seinen Erfahrungen mit Aktionen des Agenda21 Arbeitskreises im Markt.

Zur Sachlage: Im November 1997 wurde auf Antrag des Ausschusses Dorfentwicklung – Ökologie und Wirtschaft (DÖK) im Gemeinderat von Stubenberg die Dorfentwicklungsplanung unter Berücksichtigung der "Agenda 21" beschlossen, sowie ein "Bekenntnis zu den Grundgedanken für ein Stubenberger Leitbild" abgelegt.

Wie Bürgermeister Wilhelm Hammelstein erklärte, seien die Arbeiten um die Agenda 21 in Stubenberg "etwas eingeschlafen", durch den Vortrag des Beauftragten erhoffe er sich einen Impuls um wieder etwas zu bewegen. Wie Kaiser meinte, sei in Stubenberg schon viel durch die Schaffung des Leitsatzes passiert. Das gleichschenklige Dreieck im Logo der Agenda 21, so der Beauftragte von Triftern, versinnbildliche die gleichwertigen Inhalte der Agenda 21: Wirtschaft (Ökonomie), - Natur (Ökologie), - Soziale Belange. Die drei Punkte stünden für nachhaltige Entwicklung zum Wohl der nachfolgenden Generationen. Der lateinische Begriff Agenda bedeute "was noch zu tun ist".In seinem Bericht über die Agenda21 in Triftern, bezeichnete Kaiser die Aktionen als "Meilensteine" im Gesamtprozess. Nach einer Wartezeit auf Aktionen der Bürger habe sich der Gemeinderat 1999 entschlossen, die Gemeindeverwaltung mit den Agenda-Problemen zu beauftragen. Mit kleinen Aktionen, wie das Ziehen von Kerzen aus dem Wachs eines heimischen Imkers, sei die Toleranz der Bürger für Agenda 21-Belange gewachsen. Die Müllaktion des Arbeitskreises konnte dann schon mit 600 Beteiligten rechnen, so Kaiser. Auch die Vermittlungsstelle für Obst, Gemüse und heimische Produkte sei gut angelaufen und erfreue sich jedes Jahr wachsender Kenntnisnahme. Bei der Biotoppflegeaktion des Marktes in Reslberg seien die drei Punkte des Agenda 21-Konzeptes nicht zu kurz gekommen.

Als künftige Projekte des Arbeitskreises bezeichnete der Beauftragte eine Ferienjobbörse im Markt, sowie eine Maßnahme mit erneuerbaren Energien. "Ideen" so Kaiser, "sind schnell geboren, schwierig wird es bei der Durchführung." Die Funktion der Gemeinde sah der Beauftragte als "Anschub von Aktionen", wichtig sei dass die Agenda zur "Chefsache des Bürgermeisters" würde.

Fragen aus dem interessierten Stubenberger Gremium: "Wie wurden Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit im Arbeitskreis gefunden?" Zu Beginn, meinte Kaiser dazu, waren etwa 20 beteiligt, mittlerweile arbeiten 5 durchgehend mit. Die Mitarbeit ändert sich auch mit der Thematik der Projekte.

Frage: "Hat der Arbeitskreis eine Hierarchie?" Antwort: Nein, bei kontroversen Diskussionen agiert der Agenda-Beauftragte höchstens als Moderator.

Frage: "Wie läuft in Triftern das Firmen-Sponsoring?" Antwort: Der Markt sei eine kleine Gemeinde, meinte dazu Kaiser, am Firmen-Sponsoring werde noch gearbeitet.

Frage: "Hat der Arbeitskreis Einfluss auf umweltverträgliche Bestellungen der Gemeinde, wie z.B. des Bauhofs, oder des Rathauses?" Antwort: Nicht direkt, dabei spielt die Wirtschaftlichkeit eine größere Rolle. Im Rathaus bemühe sich Kaiser selbst um umweltverträgliche Einkäufe.

"Der Prozess des Umdenkens", so Kaiser geht langsam "in keinem Fall wollen wir mit mahnendem Finger dastehen, sondern mit unserer Arbeit überzeugen." Als wichtigen Beitrag sah der Agenda-Beauftragte, Kontakte zu anderen interessierten Gemeinden zu pflegen.