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Großes Interesse an Themenwanderung „Streuobstwiese“

Wie wichtig das Streuobst für die Flora und Fauna ist und welche Historie hinter den Hochstamm-Sorten steckt, darüber informierte Stubenbergs 2. Bürgermeister Fritz Wieland am vergangenen Donnerstag auf seinem Bauernhof im Zuge der diesjährigen „Rottaler Mostwochen“.

Zu den Ehrengästen zählten neben dem 1. Bürgermeister Willibald Galleitner auch die amtierende Rottaler Mostkönigin Carolin Lehner, der Vorstand des Stubenberger Obst & Gartenbau-Vereines Rainer Blaschke sowie Bad Birnbachs Kurdirektor Viktor Gröll.

Rund 80 Interessierte Besucher hatten sich eingefunden und wurden zu Beginn von Bürgermeister Galleitner offiziell begrüßt. Galleitner würdigte Wielands Engagement und lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Nachbar-Gemeinden in Sachen Naturschutz und Erhalt der Obstbaum-Bestände. Anschließend übergab er das Wort an Gastgeber.

Das Rottal als „Feinkostladen Europas“

Wieland stellte zu Beginn die Geschichte seines Hofes vor, in dem bereits seit 1946 hochwertige Edelbrände erzeugt werden. „Damals hatte niemand Geld um Obst zu kaufen. Und bevor dieses am Baum verschimmelt, hatte mein Großvater die Idee, Obstbrand daraus zu machen“, erklärte Wieland nach der kurzen Gruppen-Wanderung vom Anwesen auf eine seiner großen, 12 Hektar fassenden Streuobstwiesen. Weiter informierte er, wie eng die Auszeichnung Stubenbergs zum offiziellen bayerischen Genussort mit dem Streuobst zusammen hinge.

„Stubenberg liegt in einer Region die gerne auch als „Feinkostladen Europas“ bezeichnet wird. Die klimatischen Bedingungen in der Gemeinde sind für Obstbäume ideal. Daher liegt es Nahe, dass diese Eigenschaften auch wirtschaftlich genutzt werden und überaus erhaltenswert sind. Gerade in einer Zeit, in der Obstbäume immer seltener Einzug in heimischen Gärten finden“, so Wieland.

Dem pflichtete auch Diplom-Fortwirt Rainer Plaschke bei. Gerade Hochstämme seien wichtig. Die Blütenpracht wäre sehr bedeutend für Bienen und andere Insekten. Zum Glück, würde der Trend der Sauberkeit in bayerischen Gärten, in dem kein Apfel mehr am Boden liegen dürfe, langsam zurück gehen. Es herrsche in letzter Zeit wieder eine „riesen Nachfrage“ nach Hochstamm-Sorten und der Verband würde versuchen, hier so viel Unterstützung wie möglich zu leisten.

Schon für die Kelten hatten Äpfel eine große Bedeutung

Streu-Obst-Experte Josef Matsche erzählte anschließend über keltische Mythologie, in welcher der Apfel ebenfalls schon immer eine große Bedeutung hatte. Würde man diesen in der Hälfte teilen, so würden die Zacken der keltischen Könige sichtbar. Wird dieser der längs nach halbiert, würde ein Herz um den Kern erkennbar werden: Ein eindeutiges Zeichen meinte er lächelnd, dass die Menschen einfach „mehr Herz zeigen sollten“, für die hiesigen Obst- und Apfelsorten.

Anschließend ging es für die Besucher in die Destillerie der Brennerei, in der Fritz Wieland die aufwendigen Brennprozesse erklärte. Jeder Brand hätte eine eindeutige Verbindung zum regionalen Obst. Während Brände für „pure Natur“ stünden, seien die im Supermarkt erwerbbaren Spirituosen meist nur ein Kunst-Produkt.

Sohn Manuel Wieland, der ebenfalls aktiv in der Brennerei eingebunden ist, kümmerte sich derweil um die Verkostung der Gäste mit verschiedensten Probier-Proben. Vom Holunderblütenlikor, Zapfenschnaps, Haselnussgeist bis hin zum neuen eigenen Gin gab es jede Menge Auswahl.

Abschließend wurde im Gasthaus zur Hofmark zum gemeinsamen „Mostbradl-Essen“ eingekehrt.

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